winzendorf.naturfreunde.at

Wanderung durch das Naturjuwel LOBAU

Die 2160-ha-große Lobau ist der westlichste Teil des Nationalparks Donauauen, der mit 9300 ha der zweitkleinste unter den sechs von der IUCN (International Union for Conservation of Nature) anerkannten österreichischen Nationalparks. (Die Nationalparks sind nicht mit den Naturparks zu verwechseln, von denen es 48 in Österreich gibt und die nicht so hohen Schutz genießen.) Unsere gemeinsame Wanderung startete am Hauptbahnhof in Wien. Mit U-Bahn und Bus ging es in die Obere Lobau. Von U-Bahn-Station Donaubrücke fuhr der Bus an der Uferstraße entlang des östlichen Teiles der 21-km-langen Donauinsel bis zur Station Lobgrundstraße/OMV-Tanklager.

Loading

Gleich bei der Bushaltestelle befindet sich ein Gedenkstein für jene Opfer der Nazi-Zeit, die hier als Zwangsarbeiter schuften mussten und den Tod gefunden haben. Das Öllager und der Ölhafen wurde 1938 von den Nationalsozialisten angelegt und stellt bis heute einen gravierenden Einschnitt in das Naturschutzgebiet dar. Beim Öllager befindet sich auch einer von insgesamt sechs "Napoleon-Steinen", die an die berühmte „Schlacht bei Aspern“ und das Heerlager Napoleons erinnern. Die rund 150.000 französischen Soldaten lagerten hier und erlitten im Mai 1809 erstmals eine Niederlage. Über 6.000 Franzosen fanden den Tod und sind großteils hier begraben. In Aspern erinnert ein sterbender Löwe an die Schlacht. Vom ersten Napoleon-Stein wanderten wir zum "Knusperhäuschen" an der wildromantischen Panozzalacke. Hier legten wir die erste Rast ein.

Loading

Von der Panozzalacke ging es in Richtung Dechantlacke. – „Lacken“ werden die großen Wasserflächen der Au genannt. Während der Wanderung achteten wir auf die vielfältige Flora, beobachten Schwäne und sahen Spuren von Bibern. Im Spätsommer zeigt sich die Natur in der Lobau nicht mehr mit all ihrer Blütenpracht, die es im Frühjahr hier zu bewundern gibt. Spuren des Waldbrandes, der im nördlichen Teil der Lobau Anfang August wütete, sahen wir auf unserem Weg glücklicherweise keine. Jedoch konnten wir bei unserer Wanderung die Spuren der Trockenheit deutlich erkennen. Das nächste Ziel, war die für die Nacktbader bekannte Dechantlacke.

Loading

Die Dechantlacke zeigte sich an diesem Spätsommertag mit all ihrer Schönheit und Ruhe.Bei der Lacke waren tatsächlich noch viele Nacktbader unterwegs, die das warme Wasser genossen. – Da konnten einige von uns nicht widerstehen und erfrischten sich in dem angenehm weichen Wasser. Nach der Erfrischung informierte uns Gerhard über die Ursprünge des Naturparks. Er erzählte vom Wiener Polizisten Anton Klein, der bereits Ende der 1960er Jahre den Slogan „Die Lobau darf nicht sterben!“ formulierte und über 100.000 Unterschriften dafür sammelte. Der Erfolg: 1977 wurde die Lobau von der UNESCO zur "Biospheren Reserve" und mit Verordnung der Wiener Landesregierung per 1. Oktober 1978 zum Naturschutzgebiet erklärt. 1996 schließlich wurde der Nationalpark Donau Auen gegründet. Aber noch schwebt über dem Naturjuwel die Bedrohung durch die geplante "Schnellstraße S1" mit dem riesigen Lobau-Tunnel. Wie schützenswert diese einmalige "Ökoinsel" in Wien ist, durften alle Wanderfreudigen an diesem beeindruckenden und erholsamen Tag erfahren.

Loading
Weitere Informationen

Kontakt

Naturfreunde Winzendorf
ANZEIGE
Angebotssuche